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Westfälisches Bauernhaus - Produkt-Art3, 2003 (Erdgas Münster)

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Bagger und Raupen haben nach 1945 auch in Westfalen mehr historische Bauten vernichtet, als alle Bom-
benzerstörungen des letzten Weltkrieges. Die stürmische wirtschaftliche Entwicklung in unserem Lande in den
letzten 30 Jahren, Wettbewerb und Wohlstand erfassten zwangsläufig auch den ländlichen Raum. Sie führten
zur radikalen Umstrukturierung der Landwirtschaft und zur Verstädterung unserer Dörfer. Die jahrhunderte-
alten Wohn- und Wirtschaftsbauten wurden dabei unrentabel, als unbewohnbar angesehen und mussten
funktionsgerechten Neubauten weichen.
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Aus dem Buch „Westfälische Bauernhäuser“ von Stefan Baumeier

Material: Ziegelsteine in zwei Farben

Meine begehbare Monumentalskulptur „Westfälisches Bauernhaus“ lässt uns die traditionelle westfälische
Architektur als tektonisches Element wahrnehmen. Dieses Element wird von der Fassade eines westfälischen
Bauernhauses dargestellt, die aus einer Gartenanlage besteht. Auf diese Weise wird die horizontale mit der
vertikalen Ebene verknüpft. Eine Inszenierung zwischen Fiktion und Realität. Die unmittelbare Realität, das
sind für die Besucher die Steine, Blumen und das Wasser, also eine Art kleine Parkanlage. Erst durch eine
Sicht aus größerer Entfernung aus auf das ganze Ensemble wird der Zusammenhang erkennbar und eine
zweite Realität wird sichtbar, die Realität der Fassade eines Bauernhauses, in dem jedes Element
(Blumen/Steine etc.) seinen Platz hat und seine Rolle einnimmt. Realität ist somit abhängig vom Standpunkt
des Betrachters.

Die Proportionen der Installation (5 x 5 Meter) entsprechen etwa einer Fassade der Giebelwand eines Bauern-
hauses. Durch die naturgetreue Nachbildung mit vier verschiedenen Arten von Ziegelsteinen entsteht für den
Besucher der Eindruck, auf der Fassade eines in der Erde begrabenen Bauernhauses zu laufen.


west faeli sches bau ern

 

 

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